gesundestadt.de
     
 
                     
Über uns Werkstattt Publikationen Termine Links
 
     
 » Moving School 21
  City Scout Tours
   
   
   
   
   
   
   
   
   

 

 

 

 

 

 Werkstatt/Projekte  
   

Moving School 21 - City Scout Tours

 

Alexanderplatz und Berlin-Mitte

Donnerstag:
- Heirich Zille Park
- Pausenhof der Schule am Zillepark
- Spielplatz zwischen Acker-und Bergstraße
- kleine "Oase der Ruhe" in der Ackerstraße
- ggf. Schulhof der Hemingway Oberschule
- ggf. Weinbergspark an der Brunnenstraße
... ab ins Kindermuseum „Labyrinth“

Freitag:
- Heinrich-Roller Schule
- Volleyballfeld am Alexanderplatz
- ggf.alternativ geleitetet Spielplätzte in der neuen Schönhäuser Allee
- ggf. Spielräume in der Linienstraße
- Sportplatz in der kl. Hamburgerstr.
... Treffpunkt Franz-Mett-Halle (Berlin Mitte)

Am zweiten Tag der City Tour haben wir im Bezirk Mitte verschiedene Spielplätze und einen Schulhof besichtigt. Alle Orte liegen in einem urbanen Umfeld.

1. Alexanderplatz

Der Spielplatz liegt auf Höhe der Grunerstrasse, nahe der Kreuzung Grunerstrasse/ Karl Marx Allee/ Alexanderplatz. Da der Alexanderplatz an dieser Stelle zu den um-liegenden Strassen durch Sträucher und Büsche abgegrenzt ist, ist der Spielplatz nur vom Alexanderplatz selber zugänglich. Zudem ist er in seiner Lage zusätzlich von dem Treiben auf dem Alexanderplatz abgegrenzt, da er in einiger Entfernung zu den umliegenden Gebäuden und jenseits einer Tramlinie liegt.

Der Spielplatz besteht lediglich aus einer Sandgrube in der zwei Geräte zum Spielen stehen. Das eine ist ein kompakt und modern gestaltetes Klettergerüst, das andere ist ein Pfahl an dessen Spitze ein drehbarer Reifen zum Festhalten montiert ist.

Das Klettergerüst bietet mit einer Kletterwand, Seilen und Stangen verschiedene Möglichkeiten zur Nutzung und somit Impulse zum Bewegen. Dagegen gehen von dem Drehpfahl wenig Bewegungsimpulse aus. Während das Klettergerüst über ein gewisses Maß an Herausforderung verfügt, stellt der Drehpfahl kaum eine Herausforderung dar. Beide Geräte lassen nur ein begrenztes Angebot an Bewegungsmöglichkeiten und –variantionen zu. Der Kreativität der Kinder werden deutliche Grenzen gesetzt. Auf Grund der limitierten Ausstattung des Spielplatzes müssen die spielenden Kinder aufeinander Rücksicht nehmen. Allein in diesem Sinne ist ein gewisses Maß an Kooperation und Interaktion erforderlich.

2. Heinrich Roller Schule

Das Gebäude der Heinrich Roller Schule ist eines der ältesten Schulgebäude in Berlin. Es liegt am Ende eines Hofes der von der Heinrich-Roller-Strasse zu betreten ist. Der Hof dient auch als Schulhof. Er ist durch eine in der Mitte liegende Sporthalle in zwei Hälften geteilt. In der, dem Schulgebäude näher liegenden Hofhälfte, befindet sich ein Spielgerüst in einem Sandkasten. Das Gerüst verfügt über Rampen, Treppen, Seile und Seilgitter, über die man zu einer Plattform gelangt an der eine Rutsche angebracht ist. An einer Mauer zum Nachbarhof befindet sich eine Weitsprunganlage. In der anderen Hälfte des Hofes befindet sich ebenfalls an der Mauer ein kleines Gerüst zum Klettern. Dieses besteht aus Holzbalken in Form von großen Buntstiften, die im Boden eingelassen worden sind und sich gegenseitig abstützen. Der Boden des Hofes ist mit Feldmarkierungen gekennzeichnet, so dass ein Teil des Sportunterrichts auf dem Hof stattfinden kann.

Der Hof bietet den Kindern zahlreiche Bewegungsimpulse und –angebote. Dabei ist das Anforderungsniveau relativ niedrig gehalten. Bewegungsvarianten sind möglich. Kreativität und Kooperation werden nicht zwangsläufig initiiert.

3. Zillepark

Der Spielplatz am Zillepark liegt zwischen zwei Wohnhäusern an der Bergstrasse. Er wird dominiert von einem kleinen künstlichen, relativ zentral gelegenem Hügel, auf dem ein hölzerner Turm steht, der durch eine Treppe in Inneren des Turmes bestiegen werden kann und an dessen oberster Plattform eine lange Rutsche angebracht ist. An dem hinteren Teil des Hügels entspringt eine begehbare Mauer, die im Stil an eine Burgmauer erinnern soll. Die Mauer ist an einer Stelle für eine Brücke unterbrochen. Im unteren Bereich der Mauer sind kleine Räume gestaltet, die, zum Teil verbunden, einen Gang bilden. Mit einer zweiten Mauer skizziert sie so etwas wie einen Hof. In dem umrissenen Bereich sind verschiedene Naturmaterialien in den Sandboden eingelassen. An der zweiten kleineren Mauer ist ein dreiköpfiger Holzdrachen aufgebaut, den man von der Mauer erklettern kann, bzw. über den man auf die Mauer klettern kann.

In einiger Entfernung zu diesem eher für ältere Kinder gedachten Teil des Spielplatzes befindet sich ein Bereich, der für jüngere Kinder und deren Eltern gedacht ist. Den größeren Teil dieses Bereichs nimmt eine hölzerne Konstruktion aus verschiedenen Plattformen auf Stehlen ein. Die Plattformen sind über verschiedene Treppen und Hängebrücken zu erreichen. An einer Plattform ist eine kleine Rutsche angebracht. Die gesamte Konstruktion ist relativ niedrig gebaut. So können Eltern oder Betreuer im Bedarfsfall leicht eingreifen, um ihren Kindern zu helfen. Ebenfalls an jüngere Kinder richtet sich ein kleines Gerüst zum Klettern an Seilen, das Assoziationen an ein Boot weckt. In diesem Bereich stehen einige Bänke für Eltern und Betreuer.

Zusätzlich zu diesen beiden großen Bereichen befindet sich im hinteren Teil der Anlage ein eingezäuntes Fußballfeld. Ebenfalls im hinteren Bereich steht eine etwas schräg stehende Drehscheibe, auf der man sitzen, liegen, stehen und laufen kann. Im vorderen Bereich nahe des Einganges stehen außerdem ein paar Tischtennisplatten aus Beton.

Für die Analyse des Spielplatzes scheint es angemessen und sinnvoll zu sein, dies zunächst für unterschiedliche Altersklassen zu tun, da dies bei der Planung der Anlage offensichtlich berücksichtigt wurde. Die Anlage für die jüngeren Kinder bietet viele Anlässe zum Laufen, Rennen und Balancieren, aber wenig Anlässe zum Klettern. Sie lässt Variationen von Bewegung zu und die ansprechende Gestaltung der Anlage lädt zum kreativen Umgang ein, wenngleich eher im Sinne eines fantasievollen Kreierens als eines konstruktiv manipulativem Umgangs. Wenn man zu Grunde legt, dass die Anlage für jüngere Kinder – Vorschulkinder und Kinder im jüngeren Grundschulalter - konzipiert wurde, die zum Teil noch ihre motorischen Grundfertigkeiten ( Laufen, Springen, etc. ) festigen müssen, dann bietet sie den Kindern in reduziertem Maße Herausforderungen zum Bewegen an.

Bei dem Teil des Spielplatzes, der für die älteren Kinder gedacht ist, lässt sich ebenfalls feststellen, dass er einerseits Impulse zum Bewegen setzt, dass er aber andererseits wenig Bewegungsangebote zum Klettern macht. Bewegungsvariationen sind möglich. Das Motiv der Burg ist gut geeignet, die Fantasie der Kinder im und für das Spiel anzuregen. Gelegenheiten zur Kooperation und Interaktion im Spiel werden nicht zwingend vorgegeben, werden sich aber bestimmt im Rahmen gegenseitiger Rücksichtnahme ergeben. Es werden wenig Herausforderungen an die motorischen Fertigkeiten gestellt.

Insgesamt bietet der Spielplatz eine große Anzahl an Bewegungsangeboten, mit moderaten Abstufungen im Anforderungsniveau an die Fertigkeiten der Kinder, wobei kaum Angebote im oberen Fertigkeitsniveau gemacht werden, die von den älteren Kindern als Herausforderung angesehen werden könnten. Ebenso fällt auf, dass relativ wenig Angebote zum Klettern gemacht werden.

4. Koppenplatz

Im Mittelpunkt des Spielplatzes am Koppenplatz steht eine Hängebrücke, Die Türme, an denen die Brücke aus Seilen hängt, sind über schräge Ebenen mit Hilfe von Seilen zu erreichen. An einem Turm ist eine Rutsche angebracht. Um den anderen Turm zu erreichen, muss man eine weitere Plattform ersteigen. Diese ist ebenfalls über eine schräge Ebene und zusätzlich über ein Seilgitter zu erklettern. Rings um die Sandgrube, in der die Hängebrücke steht, ist ein Weg angebracht, dessen Untergrund mit verschiedenen Materialien ( Sand, Steinen, Holzstämme, zerkleinerte Baumrindenstücke) und einer kleinen Rampe aus Holz variabel gestaltet ist.

Etwas Abseits dieser Anlage befindet sich ein zum Teil eingezäuntes Feld mit einem Basketballkorb zum Streitball Spielen. Der Boden des Feldes ist mit einem nachfedernden Kunststoffbelag ausgelegt. Zwischen dem Spielfeld und der Sandgrube ist ein Bereich eingerichtet, in dem sich zum einen eine Tischtennisplatte und zum anderen eine Baumwurzel zum Klettern befindet.

Der Spielplatz bietet insbesondere mit seiner Hängebrücke viele Bewegungsanlässe für die Kinder. Das Bewegungsangebot ist vielseitig, mit einem Schwerpunkt auf dem Klettern. Bewegungsvarianten sind in einem gewissen Rahmen möglich. Die Hängebrücke stellt schon relativ große Ansprüche an die Fertigkeiten der Kinder. Kooperation und Interaktion wird von den Kindern bei der Nutzung der Anlage im Sinne der Rücksichtnahme verlangt, spielt aber keine zwingende Rolle bei dem Spiel der Kinder.

5. Augustusstrasse

Auf einer Grünfläche zwischen der Augustus-, Gips- und Joachimsstrasse befinden sich zwei Spielplätze. Die Anlage zur Joachimsstrasse hin besteht aus drei verschiedenen Bereichen. Zunächst ist da eine Fläche zum Skateboard und Rollerskate Fahren mit ein paar Rampen. Daneben schließen sich zwei Anlagen zum Klettern an. Zum einen gibt es ein kleines Seilgerüst zum anderen eine größere Grube mit Kieselsteinen, in der einigen kleine künstliche Gesteinsbrocken auf Stahlfedern oder Drehachsen aufgestellt sind, auf denen man sitzen oder stehen kann, so dass die Steinbrocken sich leicht drehen oder wippen. In der Grube sind außerdem zwei massive, etwa 2,20 m hohe Steine zum Klettern aufgestellt. Zur Gipsstrasse hin liegt ein weiterer Spielplatz, der sich eher an jüngere Kinder richtet. Auf ihm gibt es eine Schaukel, eine Wippe, eine kleine Hängebrücke und ein dreistufiges Klettergerüst mit einer Rutsche.

Von den beiden Spielplätzen gehen zahlreiche Bewegungsimpulse aus. Das Bewegungsangebot ist vielseitig und lässt Variationen der Bewegung zu. Dies gilt insbesondere für den Bereich der für die Skater angelegt wurde. Hier können sich die Kinder kreativ betätigen. Allerdings ist dieser Bereich der Anlage relativ klein, so dass man durchaus skeptisch sein kann, inwieweit er von Kindern und Jugendlichen angenommen wird, die schon mit größeren und professionelleren Anlagen zum Skaten vertraut sind. Für Einsteiger könnte er allerdings reizvoll sein. Kooperation und Interaktion sind hier unerlässlich. Die beiden großen Steinbrocken könnten ebenfalls Anlass zur Kooperation bieten, da es besonders für jüngere Kinder schwierig sein sollte, sie ohne Unterstützung zu erklettern.

 
 

 

 


© Gesundestadt e.V.2006

Home | Kontakt | © Copyright